760 Jahre hinterlassen ihre Spuren

Sanierungsblitzlichter 2007-2015

Der Turm enthält das älteste senkrecht stehende Mauerwerk Hamburgs. Hier mussten zahlreiche Ziegelsteine aufwändig saniert und ausgetauscht werden.

Zur Wiederherstellung des barocken Westportals wurden zerstörte Sandsteinprofile erneuert.

Einzelne Strebepfeiler des Kirchenschiffs waren so marode, dass sie vollständig abgerissen und wieder neu aufgebaut werden mussten.

Die Kupferbedachungen an Turm und Kirchenschiff mussten erneuert sowie die Regenrinnen und Fallrohre vergrößert werden.

Stark gerostete historische Anker haben an vielen Stellen das Mauerwerk gesprengt. Einige von ihnen müssen durch rostfreien Stahl ersetzt werden.

2009 wurde die restaurierte und - in Anlehnung an die historische Gestaltung - ergänzte Turmzier wieder angebracht. Hier: Hochziehen der neu befüllten Turmkugel.

2010 konnten die restaurierten Ziffernblätter montiert und die Turmuhr wieder zum Schlagen gebracht werden.

Zur Bearbeitung der starken Feuchtschäden an Säulen und Wänden im Innenraum mussten die alten Anstriche auf Latexbasis mit hohem Aufwand abgebeizt werden. Stattdessen wurde ein reiner, dispersionsoffener Kalkanstrich aufgetragen.

Auch die Gewölbe (hier ein Ausschnitt des „Sternenhimmels“) sind von zahlreichen Feuchtigkeitsflecken durchzogen.

Blick in die Gewölbe mit geschütztem Orgelrückpositiv nach der Restaurierung.

Mit der Gewölbesanierung schreitet auch die Umrüstung voran. Zur Vorbereitung des späteren Abbruchs des Fußbodens wurde bereits ein Teil der Kirchenbänke ausgebaut.

Um die Ausstattung während der Innenraumsanierung zu schützen, wird sie sicher verpackt und eingelagert. Je nach Zustand wird sie vor ihrer Rückkehr noch einmal restauriert. Hier: der verpackte Kanzelengel.

Aushubarbeiten im Chorumgang, 11 Monate vor der Wiedereröffnung.

Blick vom Gerüst im Chorumgang auf die Baustelle, 6 Monate vor der Wiedereröffnung.

Beginn Fußbodenverlegung: Insgesamt wurden knapp 30.000 handgestrichene Ziegel verlegt.

Es ist geschafft: der frisch sanierte Innenraum!

August 2014: Die Umgestaltungsmaßnahmen in der Turmhalle nehmen Gestalt an.

Dezember 2014: Es ist geschafft, Teil II: die frisch sanierte Turmhalle!

Und es geht weiter. Im Mai 2015 wurde mit der Renovierung der Gemeindebüros begonnen – die erste „richtige“ Renovierung seit fast 60 Jahren.

In den Sommerferien konnten die Arbeiten so gut vorangebracht werden, dass im August 2015 die renovierten Gemeindebüros bezogen wurden!

Die Maßnahmen im Überblick

2007

Stein für Stein wurde das marode Mauerwerk des Südwestpfeilers abgetragen und wieder neu aufgebaut. An der Südwand wurde mit der Bewahrung von bis zu 700 Jahre alten Ziegelsteinen begonnen und im Kircheninneren wurde die Sanierung des Orgeljochs in Angriff genommen.

2008

Neben der Fortsetzung der Ziegelsteinsanierung stand in 2008 die Restaurierung der barocken Westfassade im Mittelpunkt der Arbeiten. Um 1735 vor den mittelalterlichen Turm vorgeblendet, war sie mittlerweile in ihrer Bausubstanz stark geschädigt. Zum einen zerstörten die eisernen Anker, mit denen die Sandsteinquader zusammengehalten werden, durch Rosttreiben den Stein, zum anderen trug die Verwitterung zur Zermürbung des Sandsteins bei.

Nach der Einrüstung des Turmschafts konnte vom Gerüst aus eine detaillierte Bestandsaufnahme der Schäden vorgenommen und mit der Sanierung der Fassade begonnen werden. Nicht mehr standfeste Sandsteinteile wurden ausgebaut und durch neuen Sandstein ersetzt; andere Teile konnten durch das Kleben von Spalten und den Ersatz von Steinschädigungen durch Vierungen restauriert werden.

Eine weitere wesentliche Aufgabe bestand darin, so viele rostende Eisenanker wie möglich zu entrosten und mit Korrosionsschutz zu versehen oder sie zu entfernen und durch neue Anker aus rostfreiem Edelstahl zu ersetzen.

Nachdem das Gerüst eine Höhe von ca. 61 m erreicht hatte, konnte außerdem mit den Kupferarbeiten am Turmhelm begonnen werden. Das schadhafte alte Kupfer wurde entfernt und durch neues Dachkupfer ersetzt.

2009

Im dritten Bauabschnitt wurden die Restaurierung des Turms sowie die Fortsetzung der Sanierung der Außenwände des Kirchenschiffs vorangetrieben.

Um in Anlehnung an die ursprüngliche Turmzier aus dem 18. Jahrhundert wieder eine Windfahne, eine Kugel und ein Kreuz auf die Turmspitze montieren zu können, musste das Turmgerüst auf eine Höhe von 121 m ergänzt werden. Außerdem konnten so die Kupferarbeiten ab der zweiten Haube aufwärts durchgeführt werden. Darüber hinaus musste der Blitzschutz des Turms vollständig erneuert werden, da die alte Anlage den heutigen Ansprüchen nicht mehr genügte. Im Zuge der Mauer- und Sandsteinarbeiten am Turmschaft wurden auch die Ziffernblätter der Uhren abgebaut und überarbeitet. 

Parallel zu den Arbeiten am Turm wurde das Kirchenschiff auf beiden Seiten eingerüstet, um das Außenmauerwerk sanieren zu können. Hierzu waren auch Gerüste im Kircheninneren erforderlich, damit die Außenwände von innen überarbeitet werden konnten. Ebenfalls eingerüstet wurde ein erster Teil des Gewölbes und Obergadens, um auch hier mit der Innenausmalung zu beginnen. Während der Mauerwerksanierung wurden die Verglasungen der Fenster überarbeitet. Wegen des bereits eingebauten Rückpositivs der Orgel mussten die notwendigen Innengerüste an den Außenwänden mit einer dichten Staubwand versehen werden, die gewährleistet, dass die neue Orgel nicht durch Staub geschädigt wird.

Die Dachdeckung des Kirchenschiffs ist nach einem Sturmschaden bereits zu etwa einem Drittel erneuert worden. Es wurde damit begonnen, die übrigen Flächen ebenfalls auszutauschen. Ein weiteres wesentliches Ziel auf dem Weg zu einer nachhaltigen Rundumsanierung war die beginnende Erneuerung der Dachentwässerung, die viel zu knapp dimensioniert ist. Durch überlaufende Regenrinnen wurde das darunter liegende Mauerwerk immer wieder mit Regenwasser durchfeuchtet, was zu erheblichen Schäden der Anstriche im Kircheninneren führte.

Für bauhistorische Untersuchungen, die aus denkmalpflegerischen Gründen den Sanierungsarbeiten vorausgehen müssen, wurde der Chor von außen eingerüstet.

2010

Im Zuge der voranschreitenden Abrüstung des Turms fanden letzte Verblechungsarbeiten an Durchblicken und Gesimsen statt. Außerdem wurden die restaurierten Ziffernblätter montiert sowie Restarbeiten an Turmmauerwerk und Sandstein durchgeführt.

Ein Großteil der Außensanierungsmaßnahmen wurde 2010 abgeschlossen. Die Arbeiten am Nord- und Südschiff wurden soweit wie möglich beendet sowie die Arbeiten am Chorbereich im Osten vorangetrieben. Ebenso wurde die Erneuerung der Dachdeckung und -entwässerung des Kirchenschiffs nahezu abgeschlossen.

Die 2009 begonnene Innenausmalung von Gewölbe und Obergaden wurde auch im Chorbereich ausgeführt. Die hierzu erforderlichen Innengerüste wurden von Westen aus abgebaut und in den Chorbereich umgerüstet. Außerdem wurde mit der Sanierung der Pfeiler im Innenraum begonnen.

Nach dem Vorliegen der Ergebnisse des für die Gestaltung der Kirchenräume ausgeschriebenen Wettbewerbs wurden sie in Abstimmung mit der Gemeinde und den verantwortlichen Behörden bis zur Ausführungsreife überarbeitet.

2011

Bis auf Restmaßnahmen im Chorbereich sollen die Außensanierungsarbeiten in diesem Jahr zu Ende geführt werden.

Im Rahmen von Sanierungsarbeiten an der Nordwand wurde in unmittelbarer Nähe zum Wetken-Epitaph-Platz ein altes Doppelportal entdeckt. Dieser bedeutende Überraschungsfund soll in wesentlichen Teilen restauriert und künftigen Besuchern erlebbar gemacht werden. 

Der außergewöhnliche Starkregen Anfang Juni führte auch in  St. Katharinen zu Überflutungen der Keller- und Erdgeschossräume. Um bei künftigen Regengüssen Überschwemmungen vorzubeugen, muss die Regenentwässerung der Südseite des Kirchenschiffs geändert werden. Hierfür wird die Dacheindeckung der Mantelbebauung ertüchtigt, indem das vorhandene Pappdach durch eine Bitumenschweißbahn ersetzt wird. Die Dachsanierung der Mantelbebauung sowie des Sakristeianbaus (er erhält in Anlehnung an seinen historischen Zustand wieder ein Kupferdach) soll in diesem Jahr abgeschlossen werden. 

Im Frühjahr wurde mit der Umsetzung der Wettbewerbsergebnisse für den Kircheninnenraum begonnen. Nach dem Abriss der Winterkirche und des Abstellraums wurde in Begleitung der Bodendenkmalpflege damit angefangen, die alten Backsteinplatten abzubrechen, den Bodenaufbau für die benötigte Fußbodenheizung vorzubereiten und den Keller zu erweitern. 

Bei ihren Bau begleitenden Untersuchungen fanden die Archäologen neben erstaunlich gut erhaltenen Gruftmauern marmorne Grabplatten mit Spuren einer mittelalterlichen Beschriftung, zahlreiche Trümmer der alten Barockkanzel von 1632 sowie Reste von Apostelfiguren inkl. Fragmenten des vermuteten Kopfes der Heiligen Katharina.

Bis zum geplanten Ende der Innenraumsanierung sollen folgende Arbeiten umgesetzt werden:

  • der Bau einer neuen Chorempore, die anstelle der bisherigen Empore frei im Raum steht und so die volle Raumgröße zur Geltung kommen lässt,
  • die Errichtung eines neuen Fußbodenaufbaus in Kombination mit einer neuen, zeitgemäßen Heizungsanlage,
  • die Schaffung eines Kellerbereichs im Südschiff, der über einen Aufzug mit dem Kirchenschiff und der Empore verbunden ist (hier soll insbesondere Lagerraum für unsere Stühle entstehen, die bisher aufgrund mangelnden Stauraums im Kirchenschiff gelagert werden müssen),
  • die Erneuerung der Beleuchtungs- und Akustikanlagen sowie
  • die Restaurierung und Neugestaltung der liturgischen Elemente und des vorhandenen Gestühls.

2012

Im ersten Halbjahr wurden die Verglasungsarbeiten im Chorbereich zu Ende geführt.

Ebenso wurden alle weiteren Maßnahmen zur Gestaltung und Sanierung des Innenraums pünktlich zur feierlichen Wiedereröffnung von St. Katharinen am 1. Advent 2012 nahezu abgeschlossen.

2013/2014

Nach der Wiedereröffnung wurden noch Restarbeiten ausgeführt und die Planungen zur Sanierung und Umgestaltung der Turmhalle vorangetrieben. Am 1. Advent 2014 konnte die Turmhalle in einem festlichen Gottesdienst eingeweiht werden. Parallel wurden weitere Fördermittel akquiriert, um auch die Finanzierung der umfangreichen Bauarbeiten erfolgreich abzuschließen.

2015

In diesem Jahr lag der Schwerpunkt der Arbeiten auf der Renovierung der Gemeindebüros, die dank engagierter Spender von Mai bis August umgesetzt werden konnte.

Die Büros wurden seit dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg nur notdürftig instand gehalten und boten zuletzt keinen einladenden Anblick. Dabei schlägt hier das Herz des Gemeindelebens: Hier laufen alle Anfragen und Organisationsfäden zusammen, Gäste werden empfangen, Konzerte und Gemeindeprojekte geplant. Ehrenamtliche gestalten Gottesdienstzettel und Taufurkunden, der Küster hat hier sein „Basislager“ und die Büroleitung den Katharinen-Überblick. Wer einen Konzertbesuch plant, kann sich bei der Kirchenmusik die Karten abholen – allerdings musste er dafür bisher über den Eingangsflur auf die andere Raumseite wechseln, was immer wieder zu Verwirrungen führte. Mit der längst fälligen Renovierung hat sich dies (und mehr) geändert. Indem die Kirchenmusik in den allgemeinen Bürotrakt integriert wurde, ist die für Besucher unklare Wegeführung beseitigt. Und die ungünstig geschnittenen, dunklen Räume mit zusammengetragenen, alten Möbelspenden und mangelhaften Lagermöglichkeiten sind einem geräumigen, freundlichen und willkommen heißenden Ambiente gewichen.