Gioachino Rossini: Petite Messe solennelle

Das erste Chorkonzert nach langer Zeit war ein wunderbares Hörerlebnis.

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Foto: Ute Schöttler

Foto: Matthias Düwel

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Es war ein freudiges Wiedersehen auf allen Seiten: Chor, Solisten, Instrumentalisten, Dirigent und Publikum. Lange hatten sie sich nicht mehr in so einer Form gesehen – war das letzte große Konzert der Kantorei St. Katharinen doch die Aufführung des Weihnachts-Oratoriums von Johann Sebastian Bach 2019.

 

In der Urfassung für zwei Klaviere und ein Harmonium komponiert, ließ sich die Petite Messe solennelle von Rossini tatsächlich vergleichsweise gut innerhalb der strengen Corona-Auflagen realisieren, trotzdem brauchte es ganze fünf Anläufe und viermaliges Verschieben, bis sie endlich in St. Katharinen erklingen durfte.

 

Rossini selbst war skeptisch, ob ihm mit dieser Komposition wirklich Sakralmusik gelungen war oder ob es eher Opernmusik geworden ist. Diese Befürchtung hat sich nicht bestätigt. Mit eindrucksvollem Klang und wunderbaren Stimmen füllte das hochkarätige Solisten-Quartett Katherina Müller, Nicole Pieper, Sascha Emanuel Kramer und Jonathan de la Paz Zaens die Kirche, immer eingerahmt von einer gut disponierten Kantorei in ausgewogener Besetzung, welche zarte und feierliche Passagen und insbesondere die beiden kunstvollen Fugen „Cum sancto spiritu“ und „Et vitam venturi“ gekonnt vortrug. Besonders hervorzuheben ist die Leistung von Makiko Eguchi am Flügel, die gemeinsam mit ihren Kollegen Paul Fasang an der Orgel (anstelle eines Harmoniums) und  Peter Sun Ki Kim am Klavier in dem sehr rhythmischen Werk Rossinis mit feinen Schattierungen brillierte und insbesondere mit ihrem langen Solopart das Publikum sehr berührte.

 

Unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Andreas Fischer entfaltete sich ein großer Bogen vom Beginn des Stückes mit dem markanten rhythmischen Klaviermotiv und den zarten Klängen des Chores im „Kyrie“, über die große, festliche Klangfülle im „Gloria in excelsis“, die lieblichen Momente des Tenors im „Domine deus“, das großartige Bass-Solo „Quoniam tu solus Sanctus“, das wundervoll ergreifende „Crucifixus“ des Soprans, das Klaviersolo „Prélude religieux l'Offertoire“ über die beeindruckenden Fugen des Chores bis hin zum Agnus Dei, in dem die Altistin eindrucksvoll anhebt zum „Miserere nobis!“

 

Um es mit einer Stimme aus dem Publikum zu sagen:

 

„Wunderbare tiefe Musik.
Grandios komponiert und gesungen waren die beiden Fugen.
Ich habe mich über den reinen hellen Klang des Chors gefreut.
Gut, dass solche Konzerte wieder möglich sind.“

 

Ein wunderbares Hörerlebnis!

 

 

Die Hauptkirche St. Katharinen ist ein Ort der Ruhe inmitten einer lauten Stadt.
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