„Rendezvous der Träume“

Grußwort von Hauptpastorin und Pröpstin Dr. Ulrike Murmann zum Sommer 2025

Liebe Freundinnen und Freunde von St. Katharinen,

 

in der Bibel wird viel geträumt. Jakob träumt von einer Himmelsleiter, auf der Engel rauf und runter klettern, auf- und absteigen zwischen Himmel und Erde. Sein Sohn Josef wird in Ägypten ein viel gefragter Traumdeuter. Anderen begegnet Gott höchstpersönlich im Traum und manchen verrät er Geheimnisse und gibt Hinweise, was zu tun ist. Träume sind von Bedeutung. 


Berühmte Traumwelten sind derzeit in der Hamburger Kunsthalle zu sehen. In der Ausstellung „Rendezvous der Träume.“ Hier treffen Bilder der Romantik und Werke des Surrealismus aufeinander. Zwei Kunstepochen zwischen denen zwei Jahrhunderte liegen, die aber eines gemeinsam haben: Sie stellen die Welt, so wie sie ist, in Frage. Sie überwinden Grenzen, gestalten romantische Idealbilder und unwirkliche Szenen. Sie setzen der nüchternen entzauberten Welt etwas entgegen. 


„Der Traum ist nicht nur wegen und durch die Fluchten, die er ermöglicht, wertvoll“, hat die Surrealistin Valentin Hugo gesagt. „Er kann die Grundlage einer neuen Realität sein, die immer im Werden ist.“ Mit einem Traum fängt alles an. Er ist Antrieb für Veränderung und Vision für eine bessere Welt. Das Träumen mag Gott und uns verbinden und der Ort sein, an dem der Auf- und Abstieg zwischen Himmel und Erde möglich ist. Die Theologin Dorothee Sölle bringt es in Poesie zum Ausdruck: 


Du hast mich geträumt gott, wie ich den aufrechten gang übe und niederknien lerne, schöner als ich jetzt bin, glücklicher als ich mich traue, freier als bei uns erlaubt. Hör nicht auf mich zu träumen gott, ich will nicht aufhören mich zu erinnern, dass ich dein baum bin, gepflanzt an den wasserbächen des lebens.


Ich wünsche Ihnen einen traumhaften Sommer!

 

Ihre Ulrike Murmann
Hauptpastorin und Pröpstin

 

 

Die Hauptkirche St. Katharinen ist ein Ort der Ruhe inmitten einer lauten Stadt.
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