„Schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben.“

Grußwort von Hauptpastorin und Pröpstin Dr. Ulrike Murmann zum April 2025

Liebe Freundinnen und Freunde von St. Katharinen,

 

Hamburg blüht auf. Fast über Nacht kommt das zarte Grün an den Bäumen zum Vorschein. Die ersten Knospen und Blüten kündigen das Leben an, das neu erwacht. Für mich ist das jedes Jahr wieder ein Sinnbild für das Osterfest und die Auferstehung. Das Leben bricht sich Bahn. Die Natur lässt sich nicht beirren von Krisen, Konflikten und Kriegen und färbt unsere Welt in zartes Grün und satte Farben. Ein beliebtes Kirchenlied besingt die Blüte des Mandelbaums. Seine zartrosa und weißen Blüten ähneln unserer Kirsche. Im Heiligen Land ist der Mandelbaum der erste, der aufblüht und den Frühling ankündigt. „Freunde, dass der Mandelzweig wieder blüht und treibt, ist das nicht ein Fingerzeig, dass die Liebe bleibt.“ Der Text des deutsch-israelischen Schriftstellers Schalom Ben-Chorin entstand 1943, mitten im Zweiten Weltkrieg. Noch unter dem Eindruck des Dreißigjährigen Krieges schrieb der Dichter Paul Gerhardt 1653 das Lied „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“. Ein Choral mit einer leichtfüßigen Melodie, den wir bis heute in den Sommermonaten rauf und runter singen. In 15 Strophen preist Paul Gerhard die Schönheit der Natur: das Laub der Bäume, die Narzissen, die Singvögel und Bienenschar. „Schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben.“


In unserem Gesangbuch finden sich 26 Lieder von Paul Gerhardt und es gibt immer noch Neuentdeckungen. Beim „Tag der Theologie“ am Montag, den 07. April um 17 Uhr hält der Kirchenhistoriker Prof. Dr. Anselm Steiger einen Vortrag über ein neuentdecktes geistliches Lied von Paul Gerhardt.


Ich wünsche Ihnen einen klangvollen Frühling und fröhliche Ostern! 

 

Ihre Ulrike Murmann
Hauptpastorin und Pröpstin