„Suche den Frieden und jage ihm nach!“

Grußwort von Hauptpastorin und Pröpstin Dr. Ulrike Murmann zum Mai 2025

Liebe Freundinnen und Freunde von St. Katharinen,

 

in diesem Monat jährt sich die Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus zum 80ten Mal. Am 3. Mai 1945 wurde Hamburg von britischen Truppen befreit. Die jüdische Schauspielerin, Regisseurin und Theaterintendantin Ida Ehre erinnert sich: „Wir waren von diesen Teufeln befreit, aber was hat es gekostet? Ströme von Blut, unsagbares Elend.“ Ida Ehres Erinnerung an diesen Tag ist eine von vielen „Stimmen der Befreiten“, die in diesem Monat in szenischen Lesungen zu Gehör kommen. Die hamburgweite Aktion der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte sowie des Mahnmals St. Nikolai erinnert an die Befreiung vor 80 Jahren, an die Schrecken des Krieges und trägt die Stimmen derer in die Öffentlichkeit, die vom NS-Regime verfolgt wurden. Sich bewusst zu machen, was es bedeutet im Krieg zu leben, ist bedrückend und bedeutsam zugleich. Denn Frieden ist nicht selbstverständlich. Er stellt sich nicht von selbst ein. Wie bedroht er ist, erleben wir ja wieder in diesen Zeiten. Daher: „Suche den Frieden und jage ihm nach!“ Dieses biblische Wort aus Psalm 34 dringt mir immer nachdrücklicher ins Ohr, geht mir als Gebet über die Lippen und als Mahnung ins Gedächtnis.  


Auch St. Katharinen lag in Schutt und Asche. Im Südschiff unserer Kirche erinnert ein Kreuz aus Nägeln daran, wie schnell Bauten und Bande zerstört sind und wie kostbar Freundschaft und Verbündete sind. Als Teil des weltweiten Netzwerkes der Nagelkreuzgemeinschaft wollen wir nicht nachlassen, uns für Frieden und Versöhnung einzusetzen.

 

Ich wünsche Ihnen einen friedvollen Mai!

 

Ihre Ulrike Murmann
Hauptpastorin und Pröpstin