
Sie haben die Gloria-Glocke gerettet!
Dank Ihrer überwältigenden Spendenbereitschaft und den außergewöhnlich hohen Förderungen von Hamburger Stiftungen ist es uns gelungen: Gemeinsam konnten wir die Gloria-Glocke, 1626 von Hans Nuessel für St. Katharinen gegossen, heutigen und künftigen Generationen bewahren. Die letzte historische Großglocke aus der Zeit vor dem großen Brand 1842 und zugleich schwerste und tontiefste Norddeutschlands, 400 Jahre Hamburger Geschichte.
Dafür von ganzem Herzen DANKE!
Headerfoto: © Michael Zapf
Was bis hierher geschah
Im August letzten Jahres wurde vor der Westfassade des Turms ein großes Gerüst aufgebaut. Es reichte hoch bis zum Glockengeschoss. Für den Ausbau der Gloria-Glocke musste dort zunächst die Brüstung vor dem Westfenster sowie anschließend das Fenster selbst entfernt werden.
Am 1. September war es dann soweit: Die Gloria-Glocke wurde mit einem Kran vorsichtig aus dem Glockengeschoss gehoben und nach unten gelassen. Noch zwei weitere Glocken wurden vom Kran nach unten transportiert, um sie in Hamburg einzulagern. Die zwei kleinsten Glocken wurden oberhalb des Glockengeschosses in St. Katharinen verwahrt.
Danach ging es für die Gloria-Glocke auf große Fahrt in die Niederlande. Wegen eines 1,20 m langen Risses musste sie vor etwa fünf Jahren außer Betrieb genommen werden. Während ihrer aufwendigen Sanierung in der Glockengießerei Eijsbouts in Asten entdeckten die Facharbeiter im letzten Jahr schließlich weitere Risse, die sie mit äußerster Sorgfalt reparierten.
Nachdem alle Glocken abgehängt und entfernt waren, konnte der fast 70 Jahre alte Stahl-Glockenstuhl zerlegt und anschließend entsorgt werden. Ersetzt wurde er durch einen neuen Holzglockenstuhl, nach präzisen Konstruktionsplänen in aufwendiger Handarbeit gefertigt. Schließlich soll er etliche Glockenzentner nicht nur halten, sondern auch ihr Schwingen „er-tragen“.

Schnitt Neubau Glockenstuhl (Mitte unten: Gloria-Glocke) | © GS-Ingenieure
Doch zuvor musste der Zeitraum des leeren Glockengeschosses genutzt werden, um die Bereiche rund um den Glockenstuhl zu sanieren. Dazu gehörten fachgerechte Betonsanierungen von Boden und Decke sowie die Neukonservierung der stählernen Fundamentträger. Sie müssen erhalten bleiben, da sie auch für die Turmmauern stützende Funktionen übernehmen.
Nun war der Raum bereit für seine neue und (ur)alte Ausstattung: Im Dezember konnte der Holzglockenstuhl eingebaut werden.
Gleich darauf wurden die zwei kleinsten, im Turm verbliebenen Glocken wieder angebracht und mit neuen, hölzernen Jochen und weichen, bronzeschonenden Klöppeln versehen. Zu Weihnachten weihten sie mit ihrem festlichen Läuten den beeindruckenden Holzglockenstuhl ein.
Am Montag, den 23. März dieses Jahres, war es dann soweit: Die 2,17 m (Durchmesser) große und 6,5 Tonnen schwere Gloria-Glocke kehrte aus den Niederlanden zurück. Bei bestem Frühlingswetter konnte sie mit einem Kran in den Katharinen-Turm zurückgehoben werden – nachdem zuvor die zwei weiteren, noch fehlenden Glocken nach oben transportiert wurden.
Bei der Anbringung im neuen Holzglockenstuhl erhielten auch diese drei Glocken neue Holzjoche und Klöppel – und alle fünf Glocken eine neue Glockensteuerung.
Anschließend wurden Fenster und Brüstung wieder ein- und das Gerüst abgebaut.
Zu Ostern konnten wir mit Ihnen die Rückkehr und Rettung unserer 400 Jahre alten Glocke feiern – und heißen Sie seitdem, voller Freude und Dankbarkeit, wieder mit vollem Geläut willkommen!
PS: All diese Arbeiten wurden allein durch Spenden ermöglicht, mehr als 750.000 Euro kamen hierfür zusammen. Insbesondere die großzügigen Förderungen der Dorit & Alexander Otto Stiftung, der G. u. L. Powalla Bunny’s Stiftung, Dr. Johann Killingers, von F. Laeisz im Rahmen ihres 200jährigen Jubiläums sowie der Bärbel und Peter Hoerner Stiftung brachten das Projekt voran. Und natürlich das wunderbare Engagement zahlreicher weiterer Spenderinnen & Spender – allerherzlichsten Dank dafür!














